Astrophysik

©2004 Autor: Michael Köchling
 



Die Definition des Raumes und der Dimensionen.

Sie erwarten sicher keine Neuheiten und wahrscheinlich ist es ohnehin ein für Sie langweiliges Thema. Schon deshalb sollten Sie unbedingt weiterlesen.

Als Grundlagen besitzen wir umfassende Geometrie - Kenntnisse. Mit ihrer Hilfe wollen wir feststellen, was ein Raum ist. Allgemeine Grundlagen sind die Begriffe Länge, Breite und Höhe, welche von uns als Dimensionen angesehen werden. Doch was sind Dimensionen?
Stellen wir uns einen Punkt vor! Einen Punkt, so klein, dass er scheinbar in keiner Richtung eine Ausdehnung hat. Damit bekommen wir ernste Schwierigkeiten. Ebenso ergeht es uns, wenn wir uns eine Linie ohne seitliche Ausdehnungen vorstellen wollen. Wir haben sogar drei Linien dieser Art. Sie geben die Richtungen vor, als da sind eine Gerade ( die x -Achse ), eine zweite Gerade im rechten Winkel dazu ( die y - Achse ) und eine dritte Gerade, welche senkrecht auf dem Schnittpunkt der beiden anderen Geraden steht ( die z - Achse ).


Mit der ersten Geraden können wir verschieden lange Strecken angeben, oder sie bis in die gedachte Unendlichkeit ausdehnen. Nehmen wir nun die y - Achse hinzu und verfahren in gleicher Weise. Damit sind wir in der Lage, die Länge und Breite zu bestimmen, womit sich eine Fläche berechnen ließe. Aber noch haben wir keine Fläche. Erst wenn wir ein kongruentes ( gleiches ) Gebilde entgegengesetzt hinzufügen, erhalten wir das, was wir als eine Fläche bezeichnen.


Dabei handelt es sich um eine vollkommen ebene, gedachte Fläche. Eine solche Fläche gibt es in der Natur nicht! In der Natur ist alles in Bewegung und nicht vollkommen eben.
Nehmen wir nun noch die z - Achse zu unseren beiden Linien im rechten Winkel, so erhalten wir ein Achsenkreuz, welches in die drei Dimensionen Länge, Breite und Höhe weist. Dabei haben wir auch hier noch keinen Raum, sondern lediglich ein Koordinatenkreuz. Erst wenn wir drei kongruente Koordinatenkreuze hinzufügen, oder in anderen Worten die vorhandenen Kreuze mehrfach spiegeln, erhalten wir einen gedachten Raum mit Ausdehnungen unserer Vorstellungen. Zusätzlich erhalten wir damit 6 Aussenflächen des Raumes.



Es ist sicher überflüssig darauf hinzuweisen, dass es einen solchen Raum in der Natur ebenfalls nicht geben kann. Alles was wir als Räume kennen, existiert ausschliesslich in unseren Vorstellungen. Was wir dagegen umgangssprachlich als Räume bezeichnen, sind fast alles Körper aus verschiedenen Materialien. Diese können wir mit unseren räumlichen Vorstellungen der drei Dimensionen darstellen und vermessen.
Kommen wir nun jedoch zu dem großen Raum ( Universum ), in dem sich noch kein Körper befindet, so wird es ungleich schwieriger diesen Raum zu bestimmen, da er scheinbar leer ist. Doch noch schlimmer! Es kommt eine neue Komponente hinzu, denn was ist schon ein leerer Raum? Ja selbst wenn sich Körper statisch in diesem Raum befänden. Ob der Raum vorhanden, oder nicht vorhanden wäre, machte keinen Unterschied. Erst wenn die neue Komponente in Kraft tritt, können wir etwas erleben.
Es handelt sich um die Bewegung! Sie erst erweckt das Ganze zum Leben. Ohne Bewegung könnten wir gar nichts wahrnehmen, weil alles für uns unsichtbar bliebe, denn erst die vielen schwingenden Elektronen, Atome und Moleküle lassen die Objekte für uns sichtbar werden. Plötzlich haben wir es mit unendlich vielen, sich bewegenden Körpern ( Räumen ) zu tun, welche sich relativ und unterschiedlich schnell zueinander bewegen.
Aber es kommt noch viel schlimmer! Mit der Bewegung tritt erstmals das Phänomen "Zeit" auf. So lange es keine Bewegung gab, war sie nicht erforderlich. Merkwürdiger Weise habe ich noch keine vernünftige Darstellung der Zeit gefunden. Dabei ist die Zeit ein Begriff, mit dem wir täglich bedenkenlos umgehen, ohne uns darüber klar zu sein, was Zeit wirklich ist. Meine bisherige Definition der Zeit war es, dass wir verschiedene Bewegungsabläufe miteinander vergleichen und dies als Zeit bezeichnen. Dabei kann immer nur eine Fortsetzung erfolgen und niemals ein Davor.
Wir müssen uns nun fragen, ob diese beiden letztgenannten Komponenten ebenfalls Dimensionen des Raumes sind.
Dies kann mit größter Sicherheit ausgeschlossen werden, denn die Bewegungen sind relativ zueinander und in einem so großen Raum wie dem Universum ist es kaum feststellbar, wer oder was sich nun wirklich und wie schnell bewegt. Stets können wir Bewegungen nur relativ zu angenommenen Bezugspunkten berechnen, ohne dabei die Eigenbewegungen der Bezugspunkte mit berücksichtigen zu können.
Mit der "Zeit" verhält es sich da etwas anders. Sie kann keine Konstante sein, weil sie masseabhängig schneller oder langsamer abläuft ( die vielen Eigenzeiten des Albert Einstein ). In sogenannten "Schwarzen Löchern" soll sie sogar zum Stillstand kommen (Allgemeine Relativitätstheorie). In anderen Worten: in solchen Objekten gibt es keine Zeit, weil sie Räume ohne jegliche interne Bewegungen darstellen sollen. Demzufolge ist die Zeit keine korrekt messbare Größe!
Dies alles klingt geradezu verblüffend. Sind wir doch immer davon ausgegangen, dass gerade die Zeit konstant abläuft. Schließlich erleben wir es täglich aufs Neue und können subjektiv keine Änderungen wahrnehmen.

Wir müssen uns damit abfinden:
Die "Bewegung" und die "Zeit" sind keine Dimensionen,
sondern Wirkungen innerhalb oder außerhalb
von Räumen (Körpern, Materieansammlungen).


Dies ist ohne weiteres einleuchtend, denn Sie haben es sicher längst bemerkt: Der "Raum" existiert nur in unseren Vorstellungen und mit unseren Vorstellungen können wir uns verschieden große und unterschiedlich geformte Räume vorstellen. Natürlich gibt die Natur eine unendliche Anzahl verschiedener Formen schon vor, doch existieren diese nur aufgrund unserer Wahrnehmungen. Diese werden von unserem Gehirn als Körper (Räume) dargestellt. Doch erst die Bewegungen der Elektronen und Atome erzeugen Wellen, wodurch die Körper für uns sichtbar werden. Überhaupt, erst dadurch werden sie für uns real. Stoßen wir jedoch unverhofft gegen einen anderen Körper, so wird er für uns noch viel realer und kann uns sogar Schmerzen bereiten.
Schmerzen deshalb, weil der Körper im Vergleich zu uns einen recht unterschiedlichen energetischen Zustand haben kann. Dabei kann er viel weniger warm oder viel wärmer als wir sein und er kann eine wesentlich höhere Festigkeit und Masse als wir besitzen. Sie sehen, es kommen vielfältige Faktoren hinzu. Kann man diese Faktoren auch alle als Dimensionen ausweisen, oder sind es eben nur verschiedene Eigenschaften. Sind dann die Dimensionen Länge, Breite und Höhe nicht auch nur bestimmte Eigenschaften, welche ebenso variiert werden können wie alle anderen Eigenschaften? Was sind überhaupt Dimensionen?
Per Definition ist die "Dimension" eine Abmessung, Ausdehnung oder messbare Größe und derer gibt es viele. Demnach gäbe es unglaublich viele Dimensionen! Ebenso viele, wie es messbare Größen gibt!
Wenn also die Wissenschaftler davon sprechen, mit 11 bis 20 Dimensionen zu rechnen, lassen Sie sich bitte nicht verwirren. Es sind nichts weiter als messbare Größen, sogenannte Faktoren. Ganz sicher hat dies nichts mit überdimensionalen Räumen zu tun.

Ich finde: " Die Physik ist etwas Großartiges und Lebendiges!
Doch die Interpretationen bereiten mir teils Unbehagen!"




In der Astrophysik ist vieles möglich, doch sollte es stets mit den natürlichen Bedingungen vereinbar sein.

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