Astrophysik

©2005 Autor: Michael Köchling
 



Die Entstehung des Universums einmal etwas anders!

So richtig verstanden hat bisher niemand, wie es um die Anfänge unseres Universums bestellt ist. Mathematisch gibt es ganz klare Grenzen, ab derer alle Berechnungen versagen. Das „inflationäre Universum aus dem Nichts“ des Alan Guth hat es offensichtlich auch nicht gegeben und die Expansionsrate war anfangs eher gemächlich und nicht wie allgemein dargestellt, mit annähernd Lichtgeschwindigkeit. &xnbsp;
In anderen Worten: Das junge Universum verhielt sich keineswegs entsprechend den Vorstellungen unserer Theoretiker. Aus diesem Grund greift langsam eine gewisse Ratlosigkeit um sich, wenngleich viele meinen, und auch öffentlich bekunden, alles verstanden zu haben.
In meinem Artikel „Horizontprobleme“ (Weltallkunde Herbst 2003) stellte ich mehrere Gründe dar, warum es keinen Urknall und kein inflationäres Universum aus dem Nichts gegeben haben kann. Alle bisherigen Modelle sind danach nicht nachvollziehbar und es müssen Alternativen gesucht werden.
Hierzu haben viele Erkenntnisse der Neuzeit den Weg vorgegeben. Eine davon ist beispielsweise die unglaublich geringe Abweichmöglichkeit der Gravitationskraft, damit es über den Zeitraum von mehr als 13,5 Milliarden Jahren bei einem flachen Universum blieb. Dabei bedeutet „flach“, dass das Universum weder implodiert, noch explodiert, sondern gleichbleibend beständig ist. Die Abweichung darf dabei nur zwischen den Werten 1,00 ...hoch -64 Nullen und daran anschließend eine 1 oder 0,99... hoch -64 Neunen einnehmen ( „Schneller als die Lichtgeschwindigkeit“, Joáo. Magueijo 2003, S. 119ff ). Diese Werte zeigen uns, dass jede noch so geringe Differenz zu einem Desaster für das Universum geführt hätte. Außerdem wäre jegliche Art von Leben in einem offenen oder geschlossenen Universum wohl unmöglich gewesen.
Sodann wurden die Expansionsgeschwindigkeiten von Supernovae in riesigen Entfernungen gemessen. Sie zeigten deutlich, dass die damalige Expansionsrate recht gering war und erst im Verlauf von Milliarden Jahren immer schneller wurde. Ebenso wenig verstanden ist es, wie es zur Bildung der „großen Mauer“ gekommen ist. Sie wird aus einer unglaublích großen Anzahl Galaxien gebildet und ersteckt sich über mehr als 500 Millionen Lichtjahre in einer Entfernung von etwa 350 Millionen Lichtjahren ( Die Geburt des Kosmos aus dem Nichts, Alan Guth, 1997, S. 344). Ein derartiges Gebilde hätte nach Aussagen von Wissenschaftlern, niemals in der bisher vergangenen Zeit entstehen können.
Zusätzlich gibt die vielblasige Struktur der Materieverteilung Rätsel auf. Befinden sich doch riesige Leerräume im Universum, welche durch Galaxien an ihren Peripherien begrenzt werden. Ihre mittleren Durchmesser betragen zirka 150 Millionen Lichtjahre und alle zusammengenommen ergeben eine schaumige Struktur des Weltalls.
Was allerdings weitaus schlimmer ist, besteht im „großen Attraktor“. Niemand weiß, worum es sich dabei handelt, oder wo er sich befindet. Festgestellt wurde nur, dass jegliche Materie im Universum auf ihn zustrebt. Dabei ist es vollkommen egal, ob es sich um Gas- und Staubwolken, oder um Galaxien oder gar Galaxienhaufen handelt. Alles wird langsam in seine Richtung dirigiert. Die Wirkung dabei ist ganz ähnlich, als wenn jemand den Stöpsel aus einer vollen Badewanne entfernt hat. Und nun wird der Badewanneninhalt vom Auslauf angesaugt. Es ist dies nur ein Vergleich, doch er entspricht den beobachteten Vorgängen.
&xnbsp;Weitere Rätsel bilden die Galaxienkerne. Sie beinhalten Massen von Millionen bis Milliarden Sonnenmassen. Derartige Ansammlungen stellen die Forscher vor schier unlösbare Probleme, denn was war zuerst? Die riesigen Kernmassen, oder die Galaxien? Viele dieser riesigen Massen hätten zu ihrer Entstehung länger gebraucht, als das Universum besteht. Daher auch hier die ganz ähnliche Frage: Was war zuerst vorhanden, das Huhn oder das Ei? Wie konnte es überhaupt zu solchen Massenkonzen-trationen kommen? Auch wenn immer wieder betont wird, dass die „Schwarzen Löcher“ in den Galaxienzentren pro Jahr sich mehrere Sterne einverleiben sollen, so entspricht dies keineswegs der Wahrheit!
Schaut man nämlich etwas genauer hin, so kann man feststellen, dass die angezogene Materie sich in einer Akkretionsscheibe um das Zentralobjekt sammelt. Und nach relativ kurzer Zeit wird diese Materie an den Polen der Zentralobjekte in Form von riesigen Jets abgestrahlt. Verursacht wird dies durch gewaltige magnetische und elektrische Felder.
Das Hubble - Space - Telescop hat an mehreren Galaxien solche Jets sichtbar gemacht. Jets, die mehrere zehntausend Lichtjahre weit aus den Scheibenebenen der Galaxien herausragen. Damit bleibt aber völlig im Dunkeln, wie es zur Bildung der Zentralmassen gekommen ist. Ja selbst an Zwerggalaxien und sogar Kugelsternhaufen wurden kürzlich große Zentralmassen festgestellt. Dabei waren die Massen derart unterschiedlich, dass sich nur eine Schlussfolgerung daraus ergab: Es gibt keine obere oder untere Massengrenze für diese Zentralobjekte.
Ein weiterer Aspekt ist, dass alle Galaxien viel mehr Masse beinhalten müssen, als im sichtbaren Licht erkennbar ist. Infrarotaufnahmen haben dann auch gezeigt, dass in und um den Galaxien noch Gas- und Staubwolken existieren, welche zusammen mit dem sichtbaren Anteil das 2- bis 3-fache an Masse ergeben.

Auf all den vorgenannten Fakten basiert meine favorisierte Theorie der Universumsbildung, und dies schon seit geraumer Zeit. Schon vor Jahren habe ich mit mehreren Artikeln auf diese Möglichkeit hingewiesen. Und erst in letzter Zeit kamen die entscheidenden, unterstützenden Forschungsergebnisse durch die Wissenschaft.
Nach meinen Kenntnissen ist das Universum von innen heraus durch ein regelrechtes Zerbröseln entstanden. Als Hauptursache sehe ich hierfür die kontinuierliche Abnahme der Gravitationskraft an. Dies geschieht von uns allen vollkommen unbemerkt, weil der Prozess für unsere kurzen Lebensspannen unerheblich ist und nicht wahrgenommen werden kann. Zudem expandiert hierdurch jegliche Materie, und dadurch auch unsere Maßeinheiten, wodurch alle Verhältnisse konstant bleiben.
Damit ist es jedoch gegeben, dass das Universum expandieren kann. Zusätzlich ergibt sich daraus eine anfangs stärkere Gravitationskraft, welche während der Entstehungsphase die zögerliche Expansion erklären kann. Dies ist konform mit den registrierten Expansionsraten über den gesamten Zeitraum von mehr als 13,5 Milliarden Jahren. Sodann entstanden aus einer Urmasse viele Teilstücke unterschiedlichster Größen, welche die später entstehenden Galaxienkerne bildeten. Durch weiteres Zerbröseln und durch Bindung von Gravitation konnten Sterne entstehen. Dies geschah ganz ähnlich, wie bei einem verbrennenden Kohlestück. Die entstehenden Gase umgaben das Kohlestück, expandierten aber beständig. Noch heute sehen wir die einzelnen Kernstücke in Form von Quasaren. Dabei befinden sich diese sowohl in schon bestehenden Galaxien, wie auch vereinzelt und vollkommen allein im Weltall. Beide Anteile kommen etwa gleich häufig vor. Inzwischen ist es bekannt, dass es sich dabei um überwiegend extreme Sternentstehungsgebiete handelt. Von solchen Galaxienkernen wird meist mehr Energie abgestrahlt, als eine ganze Riesengalaxie abgibt.
Daraus können wir entnehmen, was sich in der Frühzeit des Universums abgespielt hat. Kürzlich wurde sogar eine gerade neu entstehende Galaxie in nur 45 Millionen Lj. Entfernung entdeckt. Deren Alter soll nicht mehr als 500 Millionen Jahre betragen („Galaktischer Youngster in unserer Nachbarschaft“, StarObserver Februar 2005). Hieran sehen wir, dass diese Vorgänge noch lange nicht abgeschlossen sind und jederzeit neue Galaxien entstehen können.
Wenn wir uns also die Quasare (quasistellare Objekte) genauer anschauen, so können wir wie oben dargestellt, zwei Typen feststellen. Typ 1 befindet sich in Galaxienzentren und Typ 2 irgendwo allein im Weltall. Was wir hier bei Typ 2 sehen, stellt daher mit hoher Wahrscheinlichkeit den Kern einer sich gerade bildenden Galaxie dar. Im Verlauf mehrerer Milliarden Jahre wird daraus eine vergleichbare Galaxie wie die Andromeda oder unsere Milchstraße werden. Die Größen aller Galaxien werden dabei von den Ausgangsmassen der Kernstücke bestimmt.
Interessanter Weise tragen diese Kernstücke nur zu einem Teil zu den Gesamtmassen der entstehenden Galaxien bei. Die Hauptmasse wird aus der Gravitationskraft gebildet. Die Gravitonen bilden die Urenergie im Universum und damit die Grundmasse.
Und nun stellen Sie sich bitte vor, dass diese Urmasse langfristig gebunden wird und zu den Galaxienbildungen beiträgt. Damit ist eine kontinuierliche Abnahme dieser Kraft verbunden, welche die Expansion des Weltalls begründet. Damit haben wir eine in sich schlüssige Theorie, die alle Fragen beantworten kann. Bis auf zwei natürlich:
Was hat dies alles in Gang gesetzt? Und wer hat die Voraussetzungen dafür geschaffen?

Gespräche mit meinem Bekannten und Lektor, dem Dipl. Ing. Gerald Petry, haben noch eine beachtenswerte Variante zu Tage gefördert. Er ist der Ansicht, dass wie bei einem Tiefdruckgebiet die Materie in den Randbereichen des Universums auseinander gezogen wird, was eine scheinbare Expansion ergibt, aber gleichzeitig wird alles in Richtung Zentrum (dem großen Attraktor) gezogen. Eine, wie ich finde, durchaus bemerkenswerte Idee. Die zukünftigen Forschungsergebnisse werden daher zeigen müssen, was zutrifft. Vielleicht ist unser Universum wirklich nur ein Tiefdruckgebiet von vielen, mit entsprechend vielen Hochdruckgebieten als Nachbar - Universen.

Nun wollte es wohl der Zufall, dass gerade erst am 17. Februar 2005 auf N24 um 20.05 Uhr eine Sendung über „Schwarze Löcher“ in Galaxien gesendet wurde. Hierzu nur soviel: Fast alle in diesem Bericht gemachten Angaben wurden durch amerikanische Wissenschaftler, allen voran Professor Gehz, bestätigt. Ganz offensichtlich hat man meine früheren Artikel sehr aufmerksam gelesen, oder ist inzwischen zwangsläufig auf vergleichbare Ergebnisse gekommen. Denn der hier von mir dargestellte Bericht ist nur eine Wiederholung mit Ergänzungen zum aktuellen Stand, basierend auf neuen Erkenntnissen. Meinen ersten Bericht mit oben aufgeführten Annahmen zu der anfänglich geringen Expansionsrate und einem daraus zu hohem Alter einzelner Sterne, veröffentlichte ich schon im Mai 2001 in „Es werde Licht!“ S. 146f .
Und im Artikel „Gibt es „Schwarze Löcher" ? finden Sie im letzten Absatz den Hinweis, dass Galaxien möglicher Weise von innen heraus entstanden sind.


In der Astrophysik ist vieles möglich, doch sollte es stets mit den natürlichen Bedingungen vereinbar sein.

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