Astrophysik

©2009 Autor: Michael Köchling
 



Aktive und inaktive Galaxienkerne

Schon in einigen artverwandten Artikeln zeigte ich, wie es zu den Jetbildungen aktiver Galaxien kommt und dass es neben den aktiven Galaxien weitaus mehr inaktive Galaxien gibt. Dies ist umso verwunderlicher, weil sich nach neuen Erkenntnissen anscheinend in allen Galaxien Zentralgebiete, oder Kerne befinden, die aus vielen Millionen Sonnenmassen bestehen.
Worin sind daher die Unterschiede zu sehen, ob sich nun ein solches Objekt aktiv oder inaktiv verhält? Dies kann offensichtlich noch niemand beantworten. Ebenso unklar ist ihre Entstehung. Laut der Aussage von Herrn Professor Harald Lesch am 11. März 2009 in seiner Sendung Alpha Centauri, hatten die Galaxienkerne nicht genügend Zeit zu ihrer Entstehung, wenn man die Urknall - Theorie voraussetzt. Hieraus ergibt sich ein weiteres Horizontproblem, welches gegen die Urknall - Theorie spricht.
Ganz gleich was man nun noch herausfinden wird, besteht folgende Tatsache: Die Galaxienkerne müssen schon von Anbeginn jeder Galaxie vorhanden gewesen sein. Aus diesem Grund hatte ich in einem anderen Artikel geschrieben, dass die Galaxien eventuell von innen heraus sich entwickelt haben. Dies lässt zwei Möglichkeiten zu. Entweder wirkten die Kerne als Kondensationskeime und die Sterne bildeten sich um sie herum, oder die Kerne waren ehemals viel massereicher und die Sterne bildeten sich durch den Zerfall der Kerne, was aber gegen die Theorie der Schwarzen Löcher zu werten wäre. Demnach ist wohl der erstgenannte Vorgang zutreffend. Daraus lässt sich ableiten, dass die Gravitation die weiträumig verteilte Materie zu den Kernen beschleunigte, sich Wirbel bildeten und diese zu der Entstehung der Sterne beitrugen. So entstanden im Laufe der Millionen bis Milliarden Jahre die heutigen Erscheinungsbilder der Galaxien. Zudem könnte dies die riesigen Leerräume zwischen den Galaxienhaufen erklären, welche bis zu 150 Millionen Lichtjahre Ausdehnung haben können. Sie sind weitgehend materiefrei und nur wenige Galaxien als Irrläufer kommen darin vor.
Es ist daher möglich, dass die kleinen irregulären- und Zwerggalaxien sich noch in der Entstehungsphase befinden. Bei der großen Magellanschen Wolke bildet sich schon der Ansatz zu einer Balkengalaxie. Es kann daher gut sein, dass diese Zwerggalaxie in mehreren Milliarden Jahren zu einer großen Balkengalaxie anwächst.
Häufig ist es allerdings dazu gekommen, dass Zwerggalaxien von größeren geschluckt wurden, bevor sie selber entsprechend anwachsen konnten. Somit konnten sie nur zum Wachstum der schon viel größeren beitragen.
Ganz anders scheint es bei den Kugelsternhaufen zu sein. Ihnen fehlen offensichtlich die Kerne mit riesigen Massen und selbst wenn sie welche haben sollten, sind diese verhältnismäßig klein. Aus diesem Grund bleiben sie wohl für immer Kugelsternhaufen.
Doch zurück zu den Galaxienkernen. Warum gibt es aktive und inaktive? In unserer Milchstraße haben wir sogar gleich zwei Kerne. Es handelt sich um Sagittarius A - West und A - Ost. Möglicher Weise ist Ost ein eingefangener Kern einer ehemaligen Zwerggalaxie, oder der Rest einer Supernovae. Von beiden nehmen die Wissenschaftler an, dass es sich um Schwarze Löcher handelt.
Ich möchte Ihnen nun ein Szenarium beschreiben, welches einen aktiven Galaxienkern verursacht. Nehmen Sie bitte einmal an, eine Zwerggalaxie wird von einer großen Spiralgalaxie gravitativ dazu gezwungen sie zu durchqueren. Die beiden Kernbereiche kommen sich in unserem hypothetischen Fall dabei sehr nahe. Da einmal die Sternendichte in beiden Kernbereichen sehr dicht ist, kommt es zu unvermeidlichen Interaktionen. Sterne und Planeten werden zerrissen oder kollidieren miteinander. Dies bildet die Voraussetzungen um die Akkretionsscheiben um die beiden Schwarzen Löcher zu bilden und ständig zu ergänzen. Es werden dabei gewaltige Energien frei, die über die Pole der Objekte zu Jetbildungen führen, ganz so wie ich es in anderen Berichten schon dargestellt habe.
Ebenso könnte es ein Kugelsternhaufen gewesen sein oder auch nur ein offener Sternhaufen. Es kommt einzig dabei darauf an, wie viel Masse zu diesem Effekt zur Verfügung steht. Und je mehr Masse dabei in Energie gewandelt werden kann, umso aktiver ist der Galaxienkern. Zusätzlich von Bedeutung ist dabei der Zeitraum, über den der Effekt aufrecht erhalten wird. Er bestimmt die Länge der Aktivität. Dieser kann ohne weiteres mehrere Millionen Jahre dauern. Es kommt jedenfalls irgendwann der Augenblick, wo kein Nachschub mehr erfolgt und die Zentralregion muss eventuell wieder hunderte Millionen bis Milliarden Jahre warten, bis wieder ein vergleichbares Objekt von der Galaxie geschluckt werden kann.
Wie wir schon festgestellt hatten, befindet sich in unserer Milchstraße ein sehr ruhiges Duo. Es ist wohl so, dass vor vielen Millionen, oder ein bis zwei Milliarden Jahren ein vergleichbarer Vorgang in ihr stattgefunden hat. Nachdem aber kein Nachschub an Materie mehr erfolgte, beruhigten sich die beiden Zentralbereiche und warten praktisch auf ihre nächste Gelegenheit um wieder aktiv zu werden.
Dies alles erinnert mich in gewisser Weise an Vulkane. Wir wissen, dass sie irgendwann wieder aktiv werden, wir wissen nur nicht wann!


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